BILDER: KLS MARTIN GROUP, SF-SYSTEME BÜCHELE

Messtechnik

Wenn es um Hundertstelsekunden geht, entscheidet Präzision. Beim Open House Day von Mitutoyo Deutschland in Neuss wurde genau das erlebbar. Über 40 Teilnehmer aus 25 Unternehmen im Verkaufsgebiet Neuss informierten sich über aktuelle Messtechnik, erlebten Live-Demonstrationen und nutzten die Gelegenheit zum Austausch mit Experten und Branchenkollegen. 

 Handmessmittel direkt vom Hersteller 

Mitutoyo-Handmessmittel kennt in der Werkstatt fast jeder: Messschieber, Bügelmessschrauben, Messuhren und Höhenmessgeräte gehören vielerorts zur Grundausstattung. Eine Erkenntnis des Tages überraschte dennoch manchen Gast: Mitutoyo Deutschland vertreibt mit seiner Small Tools Sales Devision diese Produkte auch direkt. Im Gespräch mit dem Vertriebsteam wurde deutlich, dass das vielen Kunden bisher nicht bewusst war. Dabei bringt der direkte Draht klare Vorteile: persönliche Ansprechpartner vor Ort, kompetente Beratung bei der Auswahl und alles aus einer Hand, vom Handmessmittel für die Werkstatt bis zum Koordinatenmessgerät im Messraum. 

 „Die Qualität unserer Handmessmittel kennen die meisten Kunden. Dass sie diese auch direkt bei uns bekommen, mit persönlicher Beratung und einem festen Ansprechpartner, war für viele neu. Beim Open House Day konnten wir das im direkten Gespräch zeigen, und genau dafür ist so ein Tag da.“ – Martin Klein, Vertrieb Handmessmittel, Mitutoyo Deutschland 

Vom Eiskanal in die Messtechnik 

Als prominenter Gastredner begeisterte Christoph Langen, Olympiamedaillengewinner und mehrfacher Weltmeister im Bobsport. Er zeigte, wie viel Präzision, Technik und Teamarbeit 

hinter jedem Lauf stecken. „Bobsport ist die Formel 1 für alle“, sagte Langen. er Vergleich kommt nicht von ungefähr: Im Eiskanal fühlt sich jede Fahrt unglaublich schnell an, und trotzdem entscheiden am Ende Hundertstelsekunden über Platz und Medaille. Dafür steckt hinter jedem Lauf ein enormer Aufwand: monatelanges Training, perfekt abgestimmtes Material und ein Team, bei dem jeder Handgriff sitzen muss, vom Anschieben über die Linie im Kanal bis zum Schliff der Kufen. Der Bob mag die etwas günstigere Variante sein, doch der Aufwand drumherum steht dem Motorsport in nichts nach. Ein mitgebrachter Bob, in dem die Gäste selbst Platz nehmen konnten, machte das Thema direkt erlebbar. 

Die Parallele zur industriellen Fertigung liegt auf der Hand: Auch dort entscheiden kleinste Toleranzen über Qualität, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. 

KI in der Produktion: ehrlicher Blick auf den Status quo 

Sebastian Kress von DMG MORI widmete sich in seinem Vortrag der Frage, warum Künstliche Intelligenz in der Fertigung bislang weniger Wirkung zeigt als in anderen Bereichen. Sein Fazit: Nur wenige Unternehmen setzen KI aktuell produktiv ein, zwischen Anspruch und Werkstattalltag klafft noch eine Lücke. Als möglichen Lösungsansatz stellte er DMG MORI TULIP vor, eine Lösung, die noch am Anfang steht, aber die Richtung aufzeigt. Die praxisnahe Einordnung stieß auf großes Interesse und mündete in eine lebhafte Diskussion. 

Präzision zum Anfassen 

Neben den Messtechnik-Lösungen von Mitutoyo zogen weitere Exponate die Blicke auf sich: 

  • ein Rennwagen von Hyundai Motorsport 
  • ein Porsche-Rennwagen 
  • ein Rennrad 
  • das aktuelle Fahrzeug des Formula-Student-Teams Ecurie Aix 

Sie zeigten, wie eng Hochleistungssport und Messtechnik zusammenhängen.